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"Da waren es nur noch zwei" - Kleinbootüberprüfung Köln vom 14./15.04.2012

 

Das Comeback von Robert Sens ist beendet. Zur Kleinbootüberprüfung am letzten Wochenende konnte unser Landestrainer Robert Sens aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten und hat damit das Projekt Olympia 2012 für sich selbst abgeschlossen.

 

Dafür lief es für Richard Schmidt sehr ordentlich. Auch wenn er seinen Sieg vom Vorjahr nicht verteidigen konnte, so fuhr er mit seinem Partner Kristof Wilke einen hervorragenden zweiten Platz heraus und hat damit seinen Platz im Achter für London gefestigt. Da Bundestrainer Ralf Holtmeyer schon im Vorfeld geäußert hatte, den WM-Achter vom letzten Jahr nicht verändern zu wollen und auch alle acht Ruderer im Finale gute Platzierungen errudert haben, kann sich Richard auf seinen Einsatz in London im Achter vorbereiten.

 

Nicht so überzeugend war die Leistung von Sebastian Schmidt. Er mußte nach den persönlichen Problemen im letzten Trainingslager nun auch beim ersten Test eine kleine Niederlage einstecken. Platz 2 im kleinen Finale war nicht die erhoffte Platzierung, da er und sein Partner Toni Seifert zurück in den Achter wollten. Nun müssen sich die Beiden ehemaligen Weltmeister für einen Platz im Vierer für London qualifizieren.

 

Eine ordentliche Leistung im leichtgewichts Männer-Einer bot Jonathan Koch vom Mainzer RV. Er fuhr einen guten zweiten Platz im A-Finale heraus und gehört damit zu den Kandidaten für den leichtgewichts Doppelzweier in London. Da der Doppelzweier aus dem letzten Jahr mit Hartig/Lichtschlag schon auf sehr hohem Niveau rudert, muss man abwarten, ob Jonathan die Chance bekommt in das Boot integriert zu werden oder ob er als Ersatzmann für dieses Boot in London nominiert wird. Aber es stehen durchaus noch einige Tests für diese Gruppe in den nächsten Wochen an.

 

Bei der Kleinbootüberprüfung ging es auch im U23 Bereich um ein erstes Kräftemessen. Dabei konnten sich die beiden Mainzer Moritz Moos und Michael Etzkorn mit den Plätzen 1 und 2 im leichgewichts Männer Einer ganz hervorragend in Szene setzen. Zumal Moritz Moos mit 18 Jahren als Junior im U23 Bereich angetreten ist. Beide haben damit berechtigte Hoffnungen auf einen Startplatz bei der U23-WM in Litauen in diesem Jahr.

 

Olympia 2012 - Vorstellung Robert Sens

 

In die Reihe der Rheinland-Pfälzer mit 3 gewonnenen Weltmeistertiteln reiht sich auch Robert Sens ein. Nachdem er in der DDR für die Leichtathletik gesichtet wurde, wechselte er erst 1994 zum Rudern. Bereits 1998 gewann er bei der WM den Zweier-ohne im Alter von 21 Jahren. 2002 und 2003 folgten zwei WM-Titel im Doppelvierer. Auch an zwei Olympiaden hat Robert bereits teilgenommen. 2000 war es Platz 9 im Zweier ohne und 2004 in Athen sprang im Doppelvierer Platz 5 heraus. Auch auf 2008 in Peking hatte er sich bereits vorbereitet, aber ein Rückenproblem hat die hohen Ambitionen verhindert. Danach stand der Wechsel in die Berufstätigkeit auf dem Plan. So wurde Robert Landestrainer in Rheinland-Pfalz, bis ihn bei einem Trainingslager in Berlin ein Zweier-Partner über den Weg gelaufen ist. Schnell hat Robert festgestellt, dass da "noch was geht". Die ersten Tests waren bisher sehr ermutigend. Aktuell bereitet er sich auf die nächsten Aufgaben im Zweier ohne mit Max Munski vor, der den DRV bei der WM 2011 schon im Zweier ohne vertreten hat. 

 

Olympia 2012 - Vorstellung Sebastian Schmidt

 

Als erfolgreicher Schlagmann der vergangenen Jahre will sich Sebastian Schmidt vom Mainzer Ruder-Verein wieder einen begehrten Platz im Achter sichern. Er kann auf drei Weltmeistertitel im U23 Bereich zurück blicken, die er jeweils einmal im Achter, Zweier ohne und Vierer ohne gewinnen konnte. Dazu kommen zwei Weltmeistertitel mit dem Deutschland-Achter 2009 und 2010. Im vergangenen Jahr hat es nicht ganz für einen Platz im Achter gereicht und so war Sebastian im Vierer ohne in Bled am Start, in dem es "nur" zu Platz 5 gereicht hat. London soll für Sebastian sein zweiter Start bei Olympia werden, nachdem auch er im ersatzgeschwächten Achter von Peking saß.

 

Olympia 2012 - Vorstellung Richard Schmidt

 

Richard Schmidt vom RV Treviris Trier ist mit 24 Jahren schon ein "alter Hase" in Bezug auf den Deutschlandachter. Nachdem Richard bei der Olympiade in Peking im Männer Vierer ohne auf den 6. Platz kam, hat er seit der Saison 2009 einen Stammplatz im Achter, den er auch in London gerne behalten würde. Mit 24 Jahren bereits drei Weltmeistertitel in der Tasche zu haben ist eine beachtliche Leistung. Dazu kommt noch das besondere Gefühl für den Zweier ohne. In dieser Bootsgattung war er 2011 mit seinem Partner Kristof Wilke national ungeschlagen.

 

Olympia 2012 - Kandidaten aus Rheinland-Pfalz

 

Das Event des Jahres sind natürlich die Olympischen Spiele in London vom 28.07. - 05.08. diesen Jahres. Auch wenn noch einige Ausscheidungswettkämpfe anstehen, so macht sich der Landesruderverband Rheinland-Pfalz berechtigte Hoffnungen das einige Sportler aus dem Land in London den Deutschen Ruderverband vertreten werden. Drei "heiße" Kandidaten stellen wir hier vor.

 

 Robert Sens, Mainzer Ruder-Verein

 

 Richard Schmidt, RV Treviris Trier

 

 Sebastian Schmidt, Mainzer Ruder-Verein

Die drei Bilder entstammen der Webseite meinruderbild.de 

 

Bundesfreiwilligendienst im Rudern – Sei dabei!

 

Seit dem 1. Juli 2011 biebet der Bundesfreiwilligendienst (BFD) allen
Generationen die Chance zum freiwilligen Engagement. Der BFD soll eine neue
Kultur der Freiwilligkeit in Deutschland schaffen und möglichst vielen
Menschen ein Engagement für die Allgemeinheit möglich machen. Ob männlich,
weiblich, jung oder alt - alle sind eingeladen, sich für andere zu
engagieren.

Die Freiwilligen sammeln wertvolle Lebenserfahrungen, gewinnen Einblicke in
neue Arbeitsbereiche des Sports und können sich beruflich orientieren.
Zudem finden Freiwillige Bestätigung dort, wo sie gebraucht werden.

Der BFD bietet spannende Einsatzfelder für jede und jeden. Einzige
Voraussetzung für Bewerber ist, dass die Vollzeitschulpflicht erfüllt ist.
Das Engagement im BFD dauert zwischen 6 und 18 Monaten, in der Regel ein
Jahr. Jugendliche bis 27 Jahre werden ganztägig eingesetzt und ältere
Freiwillige mit mehr als zwanzig Wochenstunden.

Auf Initiative der Deutschen Ruderjugend hat sich der Deutsche Ruderverband
e.V. als Trägerorganisation des neuen Freiwilligendienstes beworben und den
Zuschlag erhalten. Die DRJ unterstützt interessierten Rudervereine, welche
als Einsatzstelle auftreten und die Freiwilligen fachlich anleiten.

Rudervereine, die Unterstützung ihrer ehrenamtlich Tätigen brauchen, sind
mit einem Bundesfreiwilligen gut beraten. Der Freiwillige kann sich bei
sportartspezifischen Tätigkeiten, in der Arbeit mit besonderen Zielgruppen,
oder im Veranstaltungsmanagement einbringen. Alle Rudervereine können sich
als Einsatzstelle anerkennen lassen. Dafür muss weniger getan werden, als
man denkt. Den Großteil der Verwaltungs- und Organisationsaufgaben erledigt
die Deutsche Ruderjugend als Träger. Sie übernimmt unter anderem die
sportinterne Anerkennung der Einsatzstelle und die pädagogische Begleitung
des Freiwilligen. Die Einsatzstelle koordiniert den laufenden Einsatz des
Freiwilligen und die entsprechenden Verpflichtungen wie beispielsweise die
fachliche Anleitung des Freiwilligen.

Für den Dienst in einem Ruderverein können sich alle bewerben, die nach
Beendigung der Schule oder des Studiums praktisch tätig sein wollen. Auch
wer noch nicht genau weiß, in welche Richtung es beruflich gehen soll, kann
sich im Bundesfreiwilligendienst engagieren. Genauso sind alle
angesprochen, die schon berufstätig sind und sich umorientieren möchten,
oder sich nach Beendigung ihres Berufslebens für das Gemeinwohl engagieren
wollen.

Das Angebot des BFD richtet sich auch an Spitzensportler. Diese werden im
Regelfall an Olympiastützpunkten eingesetzt. Für seinen Freiwilligendienst
in einem Ruderverein oder am Olympiastützpunkt erhält man ein monatliches
Taschengeld, Unterkunft und Verpflegung und ist sozialversichert. Zudem
besucht man 25 Fortbildungstage mit der Option auf eine Trainerlizenz und
hat Anspruch auf 24 Urlaubstage. Am Ende des Dienstes erhält man ein
Zeugnis über Art und Dauer sowie berufsqualifizierende Kriterien des
freiwilligen Dienstes.

Dieses Projekt wird vom Bundesministrerium für Familien, Senioren, Frauen
und Jugend gefördert.

hier geht es zum offiziellen Flyer des Bundesinnenministeriums -> 

 

 

Ergo Challenge Nr. 10 beim Wormser Ruderclub Blau-Weiss am 11.02.2012

 

 

Skitrainingslager des Landesruderverbandes 2011/2012


Unmittelbar nach Weihnachten, am 26.12.2011, machte sich die Kaderauswahl des Landesruderverbandes Rheinland-Pfalz, welche sowohl aus Olympiateilnehmern und Weltmeistern als auch aus ambitionierten Ruderern der nationalen Ebene besteht, ohne Rücksicht auf Verwandte und die weihnachtlichen Feierlichkeiten, auf den Weg ins verschneite Ramsau am Dachstein. Auch der weltweit bekannte Star-Ruderer Marcel Hacker, welcher den schweren Einer für den Deutschen Ruderverband fährt, ließ es sich dieses Jahr nicht nehmen und fuhr mit 3 weiteren Sportlern der Frankfurter Rudergesellschaft Germania und seinem Trainer in das Ramsauer Langlaufgebiet, um ein intensives Trainingslager auszuführen. Geringer als erwartetes Verkehrsaufkommen, machten die 5 ½ stündige Fahrt annähernd stressfrei und erträglich. Kurz vor dem Ziel durften die Insassen des Mainzer Busses feststellen, dass selbst ihr mit Vorderradantrieb angetriebenes Prachtfahrzeug, welches extra mit Schneeketten bestückt wurde, nicht über die Fähigkeit verfügte, den parallel zur Skipiste verlaufenden sowohl beschneiten als auch vereisten Weg, zur ersehnten Sportlerstätte, dem Brandhof, zu erklimmen. Auf halber Strecke des Berges eilte der mit weiteren Sportlern besetzte Bus der RG Speyer sowie das Vereinsfahrzeug der Binger Rudergesellschaft zur Hilfe. Mit vereinter Rudererpower schaffte man es, den Mainzer Bus mitsamt Hänger nun auf 2/3 der Wegstrecke zu befördern. Hier wurde nun der Anhänger, welcher mit 3200 Aufbackbrötchen, sowie 400 Litern Milch und weiteren Lebensmitteln, die den Sportlern wohl bekommen sollten geladen war, entladen und auf die einzelnen Busse verteilt, sodass nach einer guten halben Stunde sowohl Nahrungsmittel als auch Sportler am Brandhof angekommen waren. Dort wurden gleich die Zimmer bezogen und Ski für die Sportler, die keine Langlaufausrüstung besaßen, beim naheliegenden Wintersportgeschäft „Skiwilli“ geliehen, sodass dem unmittelbaren Trainingsbeginn am folgenden Morgen, nichts im Wege stand. Die geliehenen Ausrüstungen wiesen keinerlei Mängel und Defizite auf. Die erfahreren Skilangläufer unter den Ruderern fanden schnell den Rhythmus und liefen ihre Einheiten ohne Probleme und gröbere Verletzungen ab. Die Anfänger hingegen absolvierten erstmal ein Coaching unter Landestrainer Robert Sens, was zu positiver Resonanz der Sportler führte. Nach wenigen Tagen hatten sich die Anfänger allmählich auch eingefahren und fanden schnell Gefallen an der ganzen Sache. Das umfangreiche Trainingsgebiet rund um das Dachsteingebirge machte abwechslungsreiche Trainingseinheiten möglich. Die Trainingsdauer steigerte sich kontinuierlich um 30 Minuten, sodass man von der schnellen Schießstandrunde über die rasante Rittisbergrunde bis zur dynamischen Dachsteinskatingrunde viele Wege durchprobieren konnte. Eine Woche nach der Ankunft konnte nun einer Leistungsüberprüfung in Form einer 60 minütigen Intensiven Ausdauer Belastung, der sich alle Sportler zu unterziehen hatten, nichts mehr im Wege stehen. Hierbei lasse man Neuschnee außer Betracht: Der Besagte nämlich schneite Ramsau und Umgebung über Nacht derart ein, dass die Belastungsstrecke von Pistenraupen nicht rechtzeitig bearbeitet werden konnte, was zur Folge hatte, dass die Belastung auf den folgenden Tag verlegt wurde. Nebenbei trugen Extraeinheiten wie gemeinsames Fußballspielen, an dem sich auch Marcel Hacker und sein Frankfurter Kollegen beteiligten, in der Sporthalle des internationalen Trainingszentrums zur allgemeinen Gemeinschaftsstärkung bei. Wie der Glücksfall es vermochte, gab es beim Skilanglaufen keine ernsthaften Verletzungen. Lediglich beim Abschlussfußballturnier, bei dem die Teilnahme besonders hoch war, erlitt Sascha Roberts von der Germania eine Bänderverletzung und wurde ins Krankenhaus gefahren. Wir alle hoffen dass die Verletzung keine ernsthaften Folgen nach sich zieht und wünschen ihm viel Erfolg in seiner hoffentlich verletzungsfreien Saison 2012. Gut organisierte Tages- und Haushaltsdienste machten gemeinsames Essen, welches äußerst lecker schmeckte, zu täglich gleichen Zeiten möglich. Hungern mussten die frischgebackenen Skilangläufer weder morgens noch abends. Auch zu späteren Zeiten war das Essen jederzeit möglich. Trotz diverser mehr oder weniger ausgeprägten Dialekten, kam es keiner Zeit zu Missverständnissen. Rückblickend auf das Trainingslager lassen sich, sowohl in der Skitechnik, als auch in den Belastungszeit wesentliche Fortschritte der einzelnen Sportler erkennen. Die eben Genannten bedanken sich alle herzlichst für zwei anstrengende, aber auch spaßige Trainingswochen bei allen Verantwortlichen und Leitern, ohne deren professionelle und engagierte Arbeit, dieses Trainingslager nicht zu Stande gekommen wäre und freuen sich alle auf weitere Trainingslager mit dem LRV im neuen Jahr.

 

Daniel Pauls